Keine großen Pläne für den ÖPNV Ausbau zwischen Spandau und Potsdam

Pressemitteilung                                                                 28. September 2020


Keine großen Pläne für den gemeinsamen ÖPNV-Ausbau zwischen Spandau und Potsdam. Der Senat möchte die geplanten Buslinien M34 und M36 irgendwann durch Straßenbahnen ersetzen, um den Verkehrskollaps im Spandauer Süden zu verhindern

Die Verkehrsströme im Spandauer Süden werden massiv zunehmen, wenn ab 2024 sukzessive die Wohnungen in Krampnitz fertiggestellt werden. Besonders die Potsdamer Chaussee, der Ritterfelddamm, Kladower Damm, Alt-Gatow, Gatower Straße und Heerstraße sind dann nach Ansicht des Bezirks Spandau besonders vom zusätzlichen Verkehr, Lärm und Gestank betroffen. Konkrete länderübergreifende Maßnahmen zum Ausbau des ÖPNV zwischen Potsdam und Spandau und zur Erfassung und Absenkung der Luftschadstoffe sind vom Senat nicht geplant, höchstens eine Busspur für die Linie 638 wird geprüft.

Aus der schriftlichen Anfrage der Abgeordneten Bettina Domer geht hervor, dass die Senatsverkehrsverwaltung noch keine Lösung für den Spandauer Süden gefunden hat und deshalb mittelfristig über Elektrobusse und Straßenbahnen nachdenkt.

Konkrete Planungen mit dem Nachbarland Brandenburg und der Landeshauptstadt Potsdam gibt es nicht, lediglich über Busspuren und Taktverdichtungen wird gesprochen.

Dabei liegt der ermittelte Mittelwert für Luftverschmutzungen durch Stickstoffdioxide (NO²) bereits seit 2016 in Spandau über dem empfohlenen Grenzwert von 40 μg/ m³. Dieser Wert geht allerdings nicht auf Messergebnisse zurück, sondern auf Modellrechnungen. In den letzten 4 Jahren hat es keine mobilen Luftgütemessungen in Spandau gegeben und weitere Luftgütemessstationen, wie in der Klosterstraße 12, sind derzeit auch nicht geplant.

In 2019 hat mir die BVG mitgeteilt, dass die Verkehrsverwaltung noch keinen Auftrag zur Vorbereitung der Spandauer Straßenbahnstrecken erteilt hat. Ich hoffe, dass die Verkehrsverwaltung hier rechtzeitig schaut, wie man das Verfahren beschleunigt bekommt, da ab 2024 bereits 25% mehr Autos von Potsdam durch den Spandauer Süden fahren werden. Die Folge wäre ein Verkehrskollaps, zunehmende Belastungen durch Schadstoffe und Straßenlärm, mit Folgen für den Verkehr, die Luftqualität und den Lärm.

Bettina Domer (SPD) Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz

Die Schriftliche Anfrage der Abgeordneten Bettina Domer (SPD) Drucksache 18/24710:Entwicklung des motorisierten Individualverkehrs in Spandau III: Auswirkungen durch das neue Wohnquartier in Krampnitz nördlich von Potsdam auf die Umwelt und die Verkehrswege im Spandauer Süden finden Sie unter folgendem Link: http://bettina-domer.de/storage/2020/09/Bettina-Domer-Anfrage-Entwicklung-des-motorisierten-Individualverkehrs-in-Spandau.pdf