Mobilitätswende in Spandau: Mehr Platz und freie Fahrt für BVG Busse in Spandau?

2.6 km neue Bussonderfahrstreifen für 23.650€ seit 2016 und 18 neue
Vorrangschaltungen- Pilotprojekt für E-Doppelgelenksbusse auf den
Spandauer Linien M32/M49/X49 und X34 in Vorbereitung

Die Mobilitätswende des Senats droht in den Bezirken steckenzubleiben. Die wachsende Stadt, der zunehmende Verkehr und der begrenzte Platz auf dem Spandauer Straßennetz sorgen kontinuierlich für Stau im Berufsverkehr.

Neue Mobilitätsangebote, neue Buslinien und Taktverdichtungen- kurz ein attraktiver Busverkehr sind das Rückgrat für die dringend nötige Mobilitätswende.

Doch der Lebensraum für BVG Busse auf den Straßen ist begrenzt, der Oberflächenverkehr staut sich bereits jetzt an vielen Kreuzungen und Knotenpunkten in Spandau- auch die BVG Busse stehen im Stau. Viele Neubauvorhaben (Waterkant, Gartenfeld, Krampnitz) werden in den nächsten Jahren in Spandau und im Umland fertiggestellt und es werden sich zehntausende neue Verkehrsteilnehmer*innen morgens in die Stadt ergießen.

Eine Lösung für die Beschleunigung des ÖPNV sind mehr Bussonderfahrstreifen und Vorrangschaltungen.

In meiner Schriftlichen Anfrage habe ich mich erkundigt, ob die Busfahrstreifen in den letzten vier Jahren mitgewachsen sind und welche Vorrangschaltungen überarbeitet wurden. In 2016 gab es berlinweit 102,3 Kilometer BVG Sonderfahrstreifen und heute, vier Jahre später sind wir bei 108 Kilometern. In Spandau kamen seitdem 2.6 km an folgenden Standorten hinzu:

• 800 Meter auf dem Falkenseer Damm (Askanierring→Falkenseer Platz)
• 1400 Meter auf der Ruhlebener Straße (Pichelswerder→Grunewaldstraße
und Grunewaldstraße→Teltower Straße)
• 400 Meter auf der Charlottenburger Chaussee (S-Bahnbrücke→An den
Freiheitswiesen)

Aus Sicht des Senats entstehen die Verzögerungen durch Personalmangel und Zielkonflikten, wenn Lieferzonen, Stellflächen und Sonderparkflächen wegfallen sollen. Auch bei den Vorrangschaltungen sieht es nicht viel besser aus: In 2016 gab es 1010 Vorrangschaltungen, die per Funk von den Straßenbahnen und BVG-Bussen beeinflusst werden konnten- jetzt sind wir bei 1096 berlinweit.

In Spandau wurden 18 Lichtsignalanlagen in den letzten vier Jahren dauerhaft auf Vorrangschaltung umgerüstet:

  • 2 in 2017: Heerstraße (Döberitzer Weg) und Potsdamer Chaussee/Engelsfelder Chaussee
  • 6 in 2018: Pichelsdorfer Straße/ Adamstraße-Betckestraße und Pichelsdorfer Straße 116 sowie Pichelsdorfer Straße/ Jordanstraße und Daumstraße/Kleine Eiswerderstraße sowie Daumstraße/Adickestraße und in der Streitstraße/Rauschstraße
  • 6 in 2019: Streitstraße/ Chamissostraße und ebenfalls in der Streitstraße/Goltzstraße sowie in der Streitstraße/Amorbacher Weg und weitere an der Daumstraße/Lüdenscheider Weg, Schönwalder Allee/Hohenzollernring und in der Streitstraße/Hohenzollernring
  • 4 in 2020: Neuendorfer Straße/Lynarstraße, sowie Neuendorfer Straße/ Schäferstraße und Neuendorfer Straße/Triftstraße und Neuendorfer Straße/Eiswerderstraße;

Gut sieht es bisher bei den Vorplanungen der BVG für das Pilotprojekt zur Erprobung von E-Doppelgelenkbussen aus, die während der Fahrt aufgeladen werden sollen.

Das zweistufige Pilotprojekt sieht aktuell folgende Strecken in Spandau vor:
• M32 (Pilotphase 1)
• M49, X49 und X34 (Pilotphase II)

Meine Schriftliche Anfrage: ‚Mobilitätswende in Berlin: Umsetzungsstand von Bussonderfahrstreifen, veränderte Geltungsdauer existierender Bussonderfahrstreifen und Vorrangschaltungen für Busse und Straßenbahnen in den Berliner Bezirken!‘ Finden sie
unter folgendem Link: http://bettina-domer.de/storage/2021/02/Bettina-DomerMdA-Schriftliche-Anfrage-Mobilitaetswende-in-Berlin.pdf